Vor zwanzig Jahren fiel die Mauer
Donnerstag, 13. August 2009

Susanne Melior eröffnet die Ausstellung mit Landrat Wolfgang Blasig.Heute vor 48 Jahren wurde die Mauer gebaut, oder wie wir sie nennen sollten: der Antifaschistische Schutzwall. Gesagt haben wir: Mauer. Gedacht haben wir: die Mauer muss weg! Ich wusste von den Toten an der Mauer. Mein Onkel war bei Nacht und Nebel abgehauen. Den Ärger hatte sein Vater und seine Schwester, meine Mutter. Jahrelang traute er sich nicht zurück in die Ostzone, schickt dann seine Frau zu meiner Jugendweihe und als die heil wieder im Westen war, fasste er Mut und kam auch. Später im Studium hörten wir von erfolgreichen Fluchtversuchen. Ich wollte gern Freunde und Verwandte besuchen und war Ende der 80er Jahre zweimal zu runden Geburtstagen drüben, aber allein. Meine kleinen Kinder und mein Mann mussten hier bleiben als „Pfand“. Im Westen leben wollte ich nicht, vielleicht auch weil ich den Westen kannte!?

„Von der freidlichen Revolution zur Deutschen Einheit“ heißt die Ausstellung in meinem Bürgerbüro, die ich heute mit ca. 50 Gästen einweihen konnte. Auf Plakaten sind die Stationen vom Frühjahr 1989 bis zum 3. Oktober 1990 dargestellt. Jeder einzelne Anwesende hätte seine Geschichte vom Tag des Mauerbaus oder vom Herbst 1989 erzählen können und nicht eine wäre mit einer anderen identisch gewesen.

 

 
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