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Sommerradtour mit dem Verkehrsminister Jörg Vogelsänger
Das Wasser der Havel ist nicht nur gut für die Bootswerften der Region, sondern auch für Brückenbauer. Auf der traditionellen Sommerradtour mit Verkehrsminister Vogelsänger, die Susanne Melior am 16. August organisiert hat, wurden etliche Brücken überquert. Klar wurde, dass Havelwasser nicht nur verbindet, sondern die Gemeinden auch trennt. Damit dies in Zukunft besser wird, fuhren die Politiker in Begleitung von engagierten Bürgern von Wildpark-West, über Töplitz nach Marquardt und Satzkorn.
Im Wildpark-West empfingen die Mitglieder der Bürgerinitiative „Zernsee-Brücke“ und des Vereins „Wildpark“ die Radfahrer. Seit Jahren machen sie sich stark für eine eigene Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Zernsee. Der bisherige Übergang entlang der Eisenbahnbrücke wird den heutigen Erfordernissen nicht mehr gerecht. Mit Kinderwagen und Rollstühlen ist ein Überqueren der Brücke kaum möglich. Selbst mit dem Rad kommt man kaum die steilen Treppen hinauf. Für viele Menschen bleibt so der nahe gelegene Bahnhof Werder/Havel unerreichbar. Die beste Lösung wäre eine eigene Brücke, die parallel zur Eisenbahnbrücke errichtet wird und über eine geeignete Rampe für den Aufstieg verfügt. Doch der Minister muss die Erwartungen dämpfen. Solch ein Bauprojekt geht schnell in den Millionenbereich – und dafür hat das Land Brandenburg kein Geld. Alternativen wie eine neue Rampe für die bestehende Brücke müssen geprüft werden. Dazu müssen sich die Städte Potsdam und Werder/Havel zusammensetzen. Für den Tourismus aber auch für den Anwohnerverkehr ist diese Verbindung eminent wichtig.
Mit dem Rad ging es am Zernsee entlang nach Töplitz. An der Wublitzbrücke empfing der Ortsvorsteher Frank Ringel die Gruppe. Der Ortsvorsteher sieht diese Fußgängerbrücke als ersten Teil eines Rundwanderweges rund um die Insel Töplitz. Er warb für diese touristische Entwicklung von Töplitz. Wichtiger für viele Töplitzer ist allerdings eine andere Brücke, weil sie an jedem Tag nicht zu überhören ist – die Autobahnbrücke. Im letzten Jahr ist schon einiges für den Lärmschutz getan worden. Die Lärmbelastung durch den LKW-Verkehr konnte so schon gesenkt werden. Richtig zufriedenstellend ist das Ergebnis aber noch nicht. Die Idee für eine Lärmschutzwand, die mit einer Photovoltaikanlage verknüpft wird, so wie sie bereits an der Michendorfer Autobahn geprüft wird, könnten eine Hilfe sein. Noch gibt es aber bundesweit kein solches Projekt, das erfolgreich und wirtschaftlich ist. Das Land wird sich gegen solche Projekte nicht stellen. Es müssen aber Investoren gefunden werden, die diese Anlagen finanzieren.
Die Tour führte weiter nach Marquardt. Am Radweg entlang des Sacrow-Paretzer-Kanals konnte gut besichtig werden, wie schnell die Natur Wege zurückerobert, wenn sie nicht gepflegt werden. Der ohnehin schmale Weg war von Bäumen und Brennnesseln beinahe zugewuchert. Und dies ist ein offizieller Radweg, der zum Übergang an der Eisenbahnbrücke führt. Sogar eine vorbildlich gebaute Rampe führt zur Brücke. Nur ist diese leider kaum zu erreichen. „Beim geplanten Ausbau des Kanals muss dieser Radweg unbedingt mit ausgebaut werden“, forderte Susanne Melior. Sie wird sich deswegen an das zuständige Bundeswasseramt wenden.
In Marquardt erläuterte Ortsvorsteher Wolfgang Grittner die Parkplatzsituation am Schloss. Obwohl es immer wieder große Veranstaltungen im Park und im Schloss gibt, seien Parkplätze in der Nähe rar gesät. Das führt dazu, dass die Autos kreuz und quer in der Gemeinde stehen. Niemand ist mit dieser Situation zufrieden. Eine ordentliche Lösung müsse gefunden werden. Zusammen mit der Stadt Potsdam müsse eine geeignete Fläche gefunden und bebaut werden.
Am Marquardter Bahnhof wartete wieder eine Brücke auf bessere Zeiten – der Fußgängerübergang über die Eisenbahnschienen. Die Treppen sind für Fahrräder oder gar Rollstühle und Kinderwagen kaum zu überwinden. Kurzfristig müsste an den Aufgängen wenigsten eine Laufschiene angebracht werden, damit die Fahrräder darüber gerollt werden können. In Zukunft wird der Verkehr am Bahnhof stärker werden, wenn es ab Golm eine Direktverbindung zum neuen Flughafen in Schönefeld geben wird. Dies bedeutet auch für den Marquardter Bahnhof eine Aufwertung.
Im angrenzenden Satzkorn führte Dieter Spira durch den Ort und zeigte, was die neuen Potsdamer Ortsteile bereits geleistet haben. Vom neu gebauten Bolzplatz führt ein nagelneuer Radweg nach Satzkorn. Dieser müsste noch bis Fahrland verlängert werden, um so einen ungefährlichen Schulweg in die Regenbogenschule zu ermöglichen. Dies soll noch in diesem Jahr geschehen.
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