Susanne Melior
Für Brandenburg in Europa.

Monsanto hat Vertrauen zerstört

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat in einer Anhörung am Mittwoch, 11. Oktober, das umstrittene Zulassungsverfahren des Pflanzengiftes Glyphosat in der Europäischen Union beleuchtet.

Mit einem Missverständnis konnte im Rahmen der Anhörung aufgeräumt werden, so die sozialdemokratische Umweltexpertin Susanne Melior: „Die europäischen Agenturen forschen nicht selbst. Es ist seit Jahrzehnten internationaler Standard, dass der Hersteller, der ein Pflanzenschutzmittel oder ein Medikament bzw. eine Chemikalie auf den Markt bringen will, auf eigene Kosten die Wirkung untersuchen lässt“, kommentiert Susanne Melior. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) diskutiert die Studien mit Experten aus den Mitgliedstaaten und erst danach erfolgt eine Bewertung. „Hierfür ist allerdings wichtig, dass die Unternehmen seriöse Vorarbeit geleistet haben, auf deren Grundlagen die europäischen Agenturen ihre Entscheidungen treffen können.“

Nun veröffentlichte interne Dokumente, die als Monsanto-Papers bekannt geworden sind, legen nahe, dass Monsanto-Mitarbeiter an Studien mitgearbeitet haben, die anschließend unter den Namen angeblich unabhängiger Wissenschaftler veröffentlicht wurden. „Wenn bei Monsanto schlampig gearbeitet oder gar betrogen wurde, ist das völlig inakzeptabel. Der Konzern muss die Vorwürfe rückhaltlos aufklären“, fordert Susanne MELIOR, Mitglied im Umweltausschuss.

Im Zulassungsprozess für Glyphosat wurden von der EFSA über 700 Studien ausgewertet. Davon stammten höchstens sechs von Monsanto. „Mit diesem Verhalten von Monsanto ist kostbares Vertrauen in die europäischen Agenturen zerstört worden“, so Susanne MELIOR.

„Monsanto sehen wir in der sozialdemokratischen Fraktion besonders kritisch. Das amerikanische Unternehmen stellt nicht nur das starke Pflanzengift Round-up mit dem Wirkstoff Glyphosat her, sondern produziert auch gentechnisch veränderten Mais und Sojabohnen, die gegen dieses Totalherbizid resistent sind. Generell halte ich es für höchst bedenklich, wenn ein Unternehmen gleichzeitig Pflanzenschutzmittel herstellt und das dazu passende Saatgut verkauft. Damit werden doppelte Abhängigkeiten in der Landwirtschaft geschaffen, die sich vor allem in Ländern auswirken, die Futtermittel für den europäischen Markt liefern.“