Susanne Melior
Für Brandenburg in Europa.

Döner und Gyros bleiben am Spieß

Döner wird nicht verboten

© Europäische Union 2017 - EP

Anders als Meldungen der Boulevardpresse behaupten, droht dem Döner weder in Brandenburg noch in Europa das Aus! Hier erfahren Sie mehr.

Die Sozialdemokraten im Europaparlament haben mit ihrer Stimme im Umweltausschuss dafür gesorgt, dass Lebensmittelzusätze in tiefgefrorenem Döner-Fleisch nicht europaweit zugelassen werden, bevor die Ergebnisse aktuell laufender Studien zu ihren gesundheitlichen Auswirkungen vorliegen. Die Produktion und der Verkauf von Döner in Deutschland werden von der Entscheidung nicht berührt.

„An der bestehenden Rechtslage in Europa und Brandenburg ändert sich erst einmal gar nichts. Dönerspieße können wie bisher produziert und verkauft werden. Niemand muss auf seinen Döner oder Gyros verzichten“, erklärt Susanne Melior, SPD-Europaabgeordnete im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Der Ausschuss des Europaparlaments für Lebensmittelsicherheit hat sich am 28. November 2017 gegen eine von der EU-Kommission vorgeschlagene Änderung der Lebensmittelzusatzstoff-Verordnung ausgesprochen. Demnach sollen eine Reihe von Phosphaten für die Verwendung in tiefgefrorenen Dreh-Spießen zugelassen werden. Zeitgleich untersucht die europäische Lebensmittelbehörde die Sicherheit von phosphathaltigen Zusatzstoffen. Ergebnisse werden für Ende 2018 erwartet. Derzeit ist die Verwendung von Phosphaten in Döner-Fleisch in Europa nicht einheitlich geregelt.

„Die derzeitige rechtliche Unklarheit muss beseitigt werden. Aber bevor wir jetzt überstürzt ein Gesetz ändern, würden wir doch gerne wissenschaftliche Fakten sehen. Es ist bisher nicht zweifelfrei geklärt, ob sich Phosphate negativ auf das Herz-Kreislauf-System des Menschen auswirken. Über die Zulassung von Zusatzstoffen, die so schöne Namen tragen wie E338 bis E452, sollten wir erst entscheiden, wenn wir gesicherte Erkenntnisse haben. Wenn nun die Konservativen unsere Besonnenheit ausnutzen, um sich zum Retter des Döner aufzuschwingen, ist das unredlich. Ich kann nicht verstehen, warum die EU-Kommission die Verordnung jetzt ändern will, obwohl die eigene EU-Lebensmittelagentur noch keine Stellungnahme abgegeben hat. Da haben Lobbyisten wohl ganze Arbeit geleistet“, so Susanne Melior.

Bisher sind Phosphate nur explizit für nicht-tiefgefrorenes Fleisch zugelassen. In der Praxis bedeutet das, dass jeder Mitgliedstaat für sich entscheidet, ob Phosphate verwendet werden dürfen oder nicht. In Deutschland sind Phosphate derzeit sowohl in tiefgefrorenem als auch in nicht-tiefgefrorenem Döner erlaubt. Dies gilt auch nach der Entscheidung des Umweltausschusses weiter.

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Lesen Sie auch den lohnenswerten Beitrag des Deutschlandfunks „EU-Wahnsinn: Brüssel verbietet uns den Döner! Nicht.“ zum Phantom-Verbot und der BILD-Kampagne.