Susanne Melior
Für Brandenburg in Europa.

Auftakt des Europäischen Kulturerbejahres

Was gehört zum Kulturerbe? Architektonische Meisterleistungen, Literatur, Musik, Handwerkskunst und vielleicht sogar Essen? Finden Sie es heraus, denn 2018 steht das europäische Kulturerbe im Mittelpunkt vieler Veranstaltungen. In Hamburg fiel am 8. Januar der Startschuss für Deutschland.

Das Europäische Jahr des Kulturerbes soll das Bewusstsein für die soziale und wirtschaftliche Bedeutung des kulturellen Erbes stärken. Tausende von Initiativen und Veranstaltungen in ganz Europa bieten Bürgerinnen und Bürger aus allen Bevölkerungsschichten die Möglichkeit, mitzumachen. Neben Projekten und Initiativen in den EU-Mitgliedstaaten, Gemeinden und Regionen sind auch von der EU finanzierte, länderübergreifende Projekte geplant.

Einer Anfang Dezember 2017 veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage zufolge sind acht von zehn Europäerinnen und Europäern der Meinung, dass das Kulturerbe nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Gemeinschaft, ihre Region, ihr Land und die Europäischen Union als Ganzes Bedeutung hat. Eine große Mehrheit, 82 Prozent, ist stolz auf das Kulturerbe – ob nun in der eigenen Region, im eigenen Land oder in einem anderen europäischen Land, in Deutschland teilen 75 Prozent der Befragten diese Ansicht.

Mehr als sieben von zehn Europäerinnen und Europäern glaubt außerdem, dass das Kulturerbe ihre Lebensqualität verbessern kann. Die Umfrage zeigt ferner, dass nach Ansicht von 93 Prozent der befragten Deutschen (EU28: 88 Prozent) Kulturerbe in Schulen vermittelt werden sollte. 74 Prozent der Europäer und 69 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass öffentliche Stellen mehr Ressourcen für den Schutz des Kulturerbes Europas bereitstellen sollten.

Link: Veranstaltungen in Deutschland und anderen EU-Ländern

Link: Zahlen und Fakten zum Europäischen Kulturerbejahr

 

Von archäologischen Stätten und Architektur über mittelalterliche Burgen bis hin zu Brauchtum und Künsten – das kulturelle Erbe Europas bildet das Kernstück des kollektiven Gedächtnisses und der Identität der europäischen Bürgerinnen und Bürger. Darüber hinaus schafft das Kulturerbe Wachstum und Beschäftigung in Städten und Regionen und spielt eine wichtige Rolle beim Austausch Europas mit dem Rest der Welt. 7,8 Millionen Arbeitsplätze in der EU hängen indirekt mit dem Kulturerbe zusammen (z. B. Tourismus, Dolmetschdienste und Sicherheit). Mehr als 300.000 Menschen sind im Kulturerbebereich beschäftigt, und mit 453 Stätten befindet sich fast die Hälfte der Stätten der UNESCO-Liste des Welterbes in Europa.

In Deutschland koordiniert die Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) die Durchführung dieses Themenjahres in Abstimmung mit Bund, Ländern und Kommunen.

Die Mitwirkung am Europäischen Kulturerbejahr 2018 ist möglich für alle öffentlichen und privaten Träger, Bewahrer und Vermittler des kulturellen Erbes, also beispielsweise Museen, Gedenkstätten, Archive, Bibliotheken bzw. Verwaltungen, Eigner, Träger, Vereine, Fachgesellschaften, Förderkreise etc., wie auch für die Zivilgesellschaft, für bürgerschaftliches Engagement und für jede und jeden, die das Anliegen unterstützen oder mehr über die europäische Dimension unseres kulturellen Erbes erfahren möchten.

 

Text: Europäische Kommission