Susanne Melior
Für Brandenburg in Europa.

Europas Sterne über der Prignitz

Sogar Musik aus verschiedenen Teilen Europas begleitete die Gäste am 31. Januar durch den Neujahrsempfang des Landkreises. Die EU stand an diesem Nachmittag im Mittelpunkt, worüber sich Susanne Melior sehr freute.

Oft sei mehr EU drin, als von außen zu erkennen, sagte Landrat Torsten Uhe gleich zur Begrüßung. Er hatte für den diesjährigen Empfang die Europäische Union als thematischen Rahmen gewählt. Selbst im Fluss Stepenitz, direkt neben dem Veranstaltungssaal, sei das so – auch wenn die Lachse und Forellen davon nichts wüssten. Damit meinte der Gastgeber ein EU-Projekt, das sich dem Erhalt und der Wiederherstellung von Auen- und Moorwäldern widmet. Rund 3,8 Millionen Euro fließen dafür aus dem LIFE-Förderprogramm für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik der Europäischen Union nach Brandenburg. Und auch der historisch gewachsene Stadtkern im Veranstaltungsort Perleberg gehöre zweifellos zum europäischen Kulturerbe, das die EU im Jahr 2018 besonders würdige.

So bot die Ansprache des Landrats viele Anknüpfungspunkte für Susanne Melior, die mit großer Freude als Gastrednerin in die Kreisstadt gekommen war. „Die Prignitz – die Menschen, das Land, die Elbe, der Himmel, die Vögel, vor allem die Störche sind auch für mich Heimat. Und ich komme immer wieder gern hierher zurück“, bekannte die in Havelberg geborene Europaabgeordnete. Die Prignitz sei Teil des großen europäischen Kulturraums und europäischer Geschichte. Das kulturelle europäische Erbe zeichne sich vor allem durch Vielfalt aus und lebe von gegenseitiger Anerkennung: „Wir betonen die Gemeinsamkeiten und üben uns in wechselseitiger Solidarität.“ Und 400 Jahre nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges – in dem nicht weit von hier eine der ganz großen Schlachten geschlagen wurde – werde sie nicht müde zu betonen, dass die Europäische Union in erster Linie ein ganz großes Friedensprojekt sei, das es zu schützen und zu bewahren gelte.

Im weiteren Verlauf ihrer Rede sprach Susanne Melior dann die drängendsten Fragen der Gegenwart an. Sie berichtete über die Reformvorschläge des Europaparlaments zur gemeinsamen EU-Asylpolitik, schilderte die Auswirkungen des Brexit für Brandenburg und kam damit zu den finanziellen Zukunftsperspektiven für die EU. Die fehlenden Einnahmen durch den Brexit müssten vor allem in den großen Politikfeldern Landwirtschaft und Kohäsionspolitik ausgeglichen werden – Bereiche, die ebenso für die Prignitz Bedeutung hätten. Deshalb setze sich die sozialdemokratische Fraktion im Europäischen Parlament dafür ein, dass Fördermittel trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung in manchen Regionen weiterhin in allen Teilen der EU genutzt werden könnten. „Uns in Deutschland, in Brandenburg und hier in der Prignitz geht es dank erfolgreicher wirtschaftlicher Entwicklung sehr gut. Klar ist, dass wir dann weniger Geld brauchen als andere Regionen, die noch auf dem Weg sind. Aber auch hier fehlt es noch an schnellem digitalem Zugang und gibt es Wünsche für die Infrastruktur. Auch bei uns sollte Europa weiter erlebbar sein und sollte Geld fließen“, sagte die Abgeordnete.

Die Prignitz sei mit ihrer günstigen Lage zwischen Hamburg und Berlin ein anziehender Ruhepol für gestresste Zeitgenossen, die sich das wünschten, was die Region zu bieten habe: Stadt, Landschaft, Fluss ... und natürlich einen Himmel. In einer Broschüre der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz habe sie gelesen, dass die Sterne nirgendwo so hell leuchteten wie über der Prignitz. Und das sei kein Zeichen für „Dunkeldeutschland“, wie es dort weiter heiße, sondern schlicht keine „Lichtverschmutzung“. Susanne Melior wünschte sich und allen Anwesenden abschließend, dass es gelingen möge, diesen nächtlichen Himmel für alle Nachtschwärmer, die die Prignitz liebten, zu bewahren.