Susanne Melior
Für Brandenburg in Europa.

Bestnoten für Badegewässer in der EU

Die Qualität der deutschen Badegewässer ist sehr gut. 91 Prozent erhielten die Beurteilung „ausgezeichnet“, das heißt sie sind nahezu frei von Schadstoffen, die Gesundheit und Umwelt belasten. In Brandenburg erfüllen mit einer Ausnahme alle der überprüften Gewässer die strengsten EU-Qualitätsnormen.

Egal ob Sie Ihren Urlaub am Ostseestrand oder an den Seen Brandenburgs verbringen, auf einer interaktiven Karte können Sie hier EU-weit die Wasserqualität überprüfen, indem Sie einen Ort in die Suchmaske links oben eingeben. Speziell für das Land Brandenburg gibt es außerdem eine Badestellenkarte im Internet, in die die aktuellen Überwachungsergebnisse durch die lokalen Gesundheitsämter einfließen. Zusätzlich zu den über 250 ausgewiesenen Badestellen hat Brandenburg natürlich viele Gewässer, die keine „offiziellen“ Badestellen sind. Vor allem dort sollten Sie vor Ort eventuelle Hinweise zur Wasserqualität beachten. Da wind- und wetterbedingt rasche Änderungen in der Algenentwicklung auftreten können, rät das Landeslabor Berlin-Brandenburg zu folgender Regel als schnelle Entscheidungshilfe: Keinesfalls baden sollte man, wenn man knietief im Wasser steht und die eigenen Füße nicht mehr sehen kann oder Algen in Form von Teppichen am Ufer antreiben.

Die Qualität der Badegewässer in Europa hat sich in den letzten 40 Jahren durch die Einführung von Vorschriften der EU-Badegewässerrichtlinie erheblich verbessert. Das zeigt auch der jährliche europäische Badegewässerqualitätsbericht für das Jahr 2017 der Europäischen Umweltagentur und der EU-Kommission. EU-weit erreichen über 95 Prozent der im Jahr 2017 überprüften Badegewässer die Mindestqualitätsanforderungen der EU-Vorschriften.

Wie kommt es zu Verschmutzungen im Wasser?
Fäkale Kontamination von Wasser bildet nach wie vor ein Risiko für die menschliche Gesundheit, insbesondere wenn diese in Badegebieten festgestellt wird. Das Baden an verunreinigten Stränden oder Seen kann zu Erkrankungen führen. Die größten Verschmutzungsquellen sind Abwässer und Wasser von landwirtschaftlichen Betrieben und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Diese Verschmutzung nimmt bei schweren Regenfällen und Überschwemmungen aufgrund von überlaufenden Abwasserkanälen und Drainagewasser, das in Flüsse und Seen gespült wird, zu. Alle EU-Mitgliedstaaten sowie Albanien und die Schweiz überwachen ihre Badegebiete gemäß den Bestimmungen der überarbeiteten Badegewässerrichtlinie der EU. In den Rechtsvorschriften ist festgelegt, wann die Qualität von Badegewässern entsprechend der nachgewiesenen Menge von Fäkalbakterien als „ausgezeichnet“, „gut“, „ausreichend“ oder „mangelhaft“ einzustufen ist. In den Fällen, in denen Wasser als „mangelhaft“ eingestuft wird, sollten die Mitgliedstaaten bestimmte Maßnahmen ergreifen, wie beispielsweise ein Badeverbot oder eine Warnung aussprechen, die Öffentlichkeit über das Problem informieren und geeignete Abhilfemaßnahmen einleiten.