Susanne Melior
Für Brandenburg in Europa.

Strenge Regeln auch für neue Gentechnik

Der Europäische Gerichtshof hat am 25. Juli 2018 entschieden, dass neue Züchtungsmethoden, wie beispielsweise die Genschere Crispr, ebenfalls als Gentechnik einzustufen sind – und damit unter die strengen europäischen Regeln dazu fallen.

„Auch die neuen Methoden sind ein Eingriff ins Erbgut und damit Gentechnik“, bekräftigt die SPD-Europaabgeordnete Susanne Melior das heutige Urteil. „Folglich müssen Pflanzen, die mit einer solchen Methode behandelt wurden und auf den EU-Markt gebracht werden sollen, zuvor das übliche EU-Zulassungsverfahren entsprechend der sogenannten Freisetzungsrichtlinie durchlaufen.“

Nach EU-Recht müssen gentechnisch veränderte Produkte vor dem Verkauf gekennzeichnet werden. Für die neuen Gentechnikmethoden war das bisher nicht der Fall. „Nicht nur für Landwirte, sondern auch für Verbraucherinnen und Verbraucher herrscht jetzt endlich Klarheit: neue gentechnische Züchtungsmethoden sind auch Gentechnik. Damit kann jeder selbst entscheiden, ob er oder sie ein solches Produkt kaufen möchte“, so Susanne Melior.

Unabhängig davon fordert Susanne Melior, das bisherige Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Lebensmittel zu überarbeiten: „Das bestehende Zulassungsverfahren ist unzureichend, da die Auswirkungen auf Umwelt und Artenvielfalt bisher keine Berücksichtigung finden.“