Susanne Melior
Für Brandenburg in Europa.

Auf einen Kaffee mit Susanne Melior

Gleich zwei Europacafés veranstaltete die Europaabgeordnete in dieser Woche, bevor die Sitzungstermine in Brüssel und Straßburg wieder starten.

Am 21. August waren Potsdamer Seniorinnen und Senioren ins SEKIZ Selbsthilfe-, Kontakt- und Informationszentrum eingeladen. Die Gäste konnten rund um das Thema Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugung im Land Brandenburg und in der ganzen EU diskutieren und mehr über die Arbeit der Abgeordneten im Europäischen Parlament erfahren. Viele der Lebensmittel, die täglich auf dem Teller landen, werden in der Europäischen Union produziert. Auch für die Regeln, an die sich die Landwirtschaft halten muss, ist die EU zuständig. So werden in Richtlinien und Verordnungen unter anderem die ökologische Produktion von Lebensmitteln, die Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelkennzeichnung, das Tierwohl, der Pflanzenschutz und die Zulassung von Gentechnik durch die europäischen Institutionen debattiert und gemeinsam verabschiedet.

Gesundheit und Wohlbefinden sind ein wichtiger Baustein für eine hohe Lebensqualität. Gerade ältere Menschen benötigen eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung. Die Gäste des Europacafés waren sich einig, dass die Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Nahrungsmitteln für sie häufig zu intransparent ist. Beispielsweise sind sie unsicher, ob ein Produkt gehärtete Fette enthält. Die sogenannten Transfette stehen in Verdacht, Herzkreislauferkrankungen zu befördern.

Die anhaltende Trockenheit in diesem Sommer belastet viele landwirtschaftliche Betriebe existenziell. So waren auch die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel im Ackerbau Diskussionsthema. Die Europaabgeordnete betonte, dass neben der Neuausrichtung aufgrund extremer werdender Wetterverhältnisse, auch eine klimafreundlichere Landwirtschaft erreicht werden muss. Neben dem Schutz der Artenvielfalt, muss auch ein geringerer Ausstoß des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids an erster Stelle stehen.

Auf großes Interesse traf das Europacafé im AWO-Seniorentreff in Werder (Havel) am 22. August. Hier ging es um die Frage, wie Europa das Leben in Brandenburg beeinflusst. Im Alltag gibt es viele Berührungspunkte mit der EU. Durch den gemeinsamen Binnenmarkt können Waren frei gehandelt werden. So können Verbraucher wählen, ob sie lieber Käse aus Frankreich, Holland oder vom Bauern nebenan kaufen möchten. Damit dies zur Zufriedenheit aller funktioniert, hat sich die EU auf gemeinsame Standards geeinigt. Vor allem die Sicherheit der Lebensmittel wird streng kontrolliert. Inhaltsstoffe, chemische Rückstände aus der Produktion und auch Verpackungsmaterialien stehen immer wieder auf dem Prüfstand. Als Beispiel nannte Susanne Melior die chemische Verbindung Bisphenol A, auch BPA genannt, die in Plastik enthalten sein kann. Dieser Stoff ist schon in kleinen Mengen schädlich für das Hormonsystem und kann die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen. Die Grenzwerte für Materialien, mit denen Kleinkinder in Kontakt kommen, wurden bereits gesenkt. Die Europäische Kommission muss nun grundsätzlich über die Zulassung des Stoffes entscheiden.

                               Europacafé in Potsdam